Freimaurerloge "Zur Kette"

Freimaurerei, Relgionen und Sekten

Einordnung statt Vorurteile

 Freimaurer Religionen und SektenIm Laufe der Geschichte wurde die Freimaurerei immer wieder zum Sündenbock für unterschiedlichste Ängste, Gerüchte und Missverständnisse. Häufig liegt das weniger an der Freimaurerei selbst als an einem menschlichen Reflex: Was man nicht kennt oder nicht vollständig versteht, wird schnell negativ bewertet. Genau hier berühren wir einen zentralen Wert der Freimaurerei – Toleranz.

Freimaurer haben gelernt, mit solchen Zuschreibungen zu leben. Jeder Bruder geht damit auf seine eigene Weise um. Dennoch möchten wir an dieser Stelle einige der häufigsten Fragen und Behauptungen offen, sachlich und verständlich einordnen.

„Freimaurer schließen Frauen aus und lehnen sie ab“

Diese Aussage ist falsch, Richtig ist, In den rituellen Arbeiten traditioneller Freimaurerlogen sind keine Frauen anwesend. Der Grund dafür ist jedoch kein Sexismus, sondern ein bewusst gewählter Rahmen. Bestimmte Gespräche, persönliche Reflexionen und auch Selbstkritik lassen sich unter Männern – ebenso wie unter Frauen – oft leichter in einem geschützten Raum führen.

Das ist kein Sonderfall der Freimaurerei. Auch Frauen schaffen sich ganz selbstverständlich Räume nur für sich – etwa in Gesprächskreisen, Netzwerken oder Kursen.
Oder anders gefragt: Würde ein Mann ernsthaft auf die Idee kommen, sich zu einem „Yoga-Kurs nur für Frauen“ anzumelden? Vermutlich nicht – und genau darin liegt bereits das Verständnis füreinander.

Gleichzeitig gilt uneingeschränkt: Die Frauen der Freimaurer – „Schwestern“ genannt – sind von zentraler Bedeutung. Sie ermöglichen es ihren Partnern, Zeit und Energie in die Arbeit an sich selbst zu investieren. Dafür danken wir ihnen ausdrücklich, unter anderem bei eigens dafür vorgesehenen Veranstaltungen.

Und mehr noch: Sollte ein Bruder oder seine Familie in eine Notlage geraten, ist die Gemeinschaft da. Die Ehepartnerinnen von Freimaurern können sich darauf verlassen, nicht allein gelassen zu werden sei es bei organisatorischen Fragen, persönlichen Herausforderungen oder im Ernstfall auch bei formalen Angelegenheiten.

Abschließend sei erwähnt:
Es gibt sowohl Frauenlogen als auch gemischte Logen, die eigenständig arbeiten und Teil der freimaurerischen Welt sind.

Freimaurerei und Religion – ein Widerspruch?

Aus Sicht der Freimaurerei lässt sich diese Frage klar beantworten: Nein.

Freimaurerei ist keine Religion und möchte auch kein Ersatz für eine solche sein. Im Gegenteil: Freimaurer erwarten von ihren Mitgliedern, dass sie über eine persönliche Weltanschauung oder einen Glauben verfügen – etwas, das Halt gibt und Orientierung bietet.

Die Haltung der Religionen zur Freimaurerei ist historisch unterschiedlich. Einige begegnen ihr offener, andere ablehnend.
Besonders bekannt ist die ablehnende Haltung der römisch-katholischen Kirche. Bereits 1738 verurteilte Papst Clemens XII. mit der Bulle „In eminenti apostolatus specula“ die Freimaurerei. Diese Position wurde 1983 durch eine Erklärung der Glaubenskongregation unter Kardinal Joseph Ratzinger erneut bestätigt.

Unabhängig davon gilt für uns:
Jeder Mensch ist willkommen, unabhängig von seiner religiösen Überzeugung – vorausgesetzt, er respektiert andere Weltanschauungen.

Ist die Freimaurerei eine Sekte?

Der Duden definiert eine Sekte als:

„kleinere Gemeinschaft, die in meist radikaler, einseitiger Weise bestimmte Ideologien oder religionsähnliche Grundsätze vertritt, die nicht den ethischen Grundwerten der Gesellschaft entsprechen.“

Keine dieser Eigenschaften trifft auf die Freimaurerei zu:

  • Sie ist keine kleine, abgeschlossene Gemeinschaft
  • Sie ist nicht radikal
  • Sie vertritt keine ideologische Absolutheit
  • Sie steht fest auf dem Boden von Recht, Freiheit und gesellschaftlicher Ordnung

Ein freimaurerischer Grundsatz bringt dies auf den Punkt:
„Nur das Gesetz kann uns Freiheit geben.“

Der Unterschied zwischen einer Sekte und der Freimaurerei lässt sich daher einfach zusammenfassen:
In eine Sekte kommt man meist schnell hinein – und nur schwierig wieder heraus.
In die Freimaurerei kommt man schwierig rein – und schnell wieder heraus.

Weitere Fragen?

Viele Themen lassen sich besser im persönlichen Gespräch klären als auf einer Website.
Wenn Sie neugierig geworden sind, laden wir Sie herzlich ein, Ihre Fragen bei einem Gästeabend zu stellen.

Freimaurerei war immer.