Freimaurerloge "Zur Kette"

Die Zukunft der Freimaurerei

Hat die Freimaurerei eine Zukunft?

Zukunft der FreimaurereiWenn Freimaurer tatsächlich all das könnten, was ihnen bis heute nachgesagt wird, ließe sich diese Frage vermutlich sehr einfach beantworten. Dann müssten wir nur kurz in die Zukunft schauen und wüssten Bescheid. Doch leider – oder vielleicht zum Glück – sind die Glaskugeln auch in den Logen seit Jahren defekt.

Bereits Gotthold Ephraim Lessing stellte die berühmte Behauptung auf:
„Freimaurerei war immer.“
Wenn etwas immer gewesen ist, könnte man daraus schließen, dass es auch immer bestehen wird. Doch ist das wirklich so selbstverständlich? Oder ist gerade diese Annahme die größte Gefahr?

Auch wir berufen uns an dieser Stelle auf Lessing – jenen Bruder, der seine eigene Loge bekanntlich eher selten besuchte – und erinnern an den Dialog „Ernst und Falk“. Wer ihn liest, erkennt schnell: Freimaurerei ist kein starres System, sondern ein fortwährender Prozess des Fragens, Zweifelns und Suchens.

Eine Welt im Ungleichgewicht 

Wir leben in einer Zeit, in der der Eindruck entstehen könnte, dass die klassischen Werte der Freimaurerei – Humanität, Toleranz und Brüderlichkeit – zunehmend an Bedeutung verlieren. Es ist eine Zeit der Kriege, der künstlichen Intelligenzen, globaler Abhängigkeiten und globaler Anklagen.

Eine Zeit der „Deal Maker“, der Ellenbogenmentalität, während z.B. im Sudan kleine Kinder verhungern und der Zugang zu sauberem Wasser weltweit zur Herausforderung wird.

Eine Zeit, in der auch mitten in Deutschland – etwa in München – Kinder morgens ohne Frühstück in die Schule gehen.

Und doch stellt sich die unbequeme Frage:
Berührt uns all das wirklich?
Oder schauen wir lieber auf unsere Smartphones, während wir aus der U-Bahn steigen, übersehen eine Mutter mit Kinderwagen – und wundern uns nicht einmal mehr, wenn jemand den Ellenbogen in die Magengrube bekommt?

Zukunft beginnt bei uns selbst

Sich dieser Widersprüche bewusst zu werden, ist unangenehm. Genau deshalb tun wir es gemeinsam. Und genau darin liegt die Zukunft der Freimaurerei.

Freimaurerei bedeutet nicht, die Welt zu retten oder moralische Überlegenheit zu behaupten. Sie bedeutet, bei sich selbst zu beginnen. Sie ist die aktive Gestaltung der Zukunft durch persönliche Entwicklung, durch Selbstreflexion, Verantwortung und Demut.

Nicht perfekt zu sein – sondern bereit, an sich zu arbeiten.
Nicht lauter zu werden – sondern bewusster.
Nicht besser zu wissen – sondern besser zuzuhören.

Hat die Freimaurerei eine Zukunft?

Ja.
Solange Menschen bereit sind, sich selbst infrage zu stellen.
Solange Humanität mehr ist als ein Schlagwort.
Solange Brüderlichkeit nicht an Meinungsgrenzen endet.

Die Zukunft der Freimaurerei liegt nicht in Symbolen oder Ritualen allein – sie liegt in den Menschen, die sie leben.

Machen Sie mit?

Freimaurerei war immer.